Institut für Personalführung, Arbeitsrecht und Arbeitswirtschaft e.V.
IPAA

Betriebsräte im Spannungsfeld von Vielfältigkeit

15.08. -17.08.2018 - 18267 - Dortmund Mercure Hotel Dortmund Centrum

Seminarinhalt

Die politisch initiierte Energiewende hat Konsequenzen: Vorruhestands- und Altersteilzeitregelungen sind zunehmend weniger finanzierbar! Ebenso das Ausscheiden mit Abfindungen! Die Folge: Frustrierte, demotivierte ältere KollegInnen einerseits. Jüngere zunehmend unzufriedenere KollegInnen ohne Besitzstände mit schlechterem Verdienst andererseits.

Während ältere KollegInnen sich die Fragen stellen ....

· War`s das jetzt?
· Muss ich bis zum gesetzlichen Rentenanspruch arbeiten?
· Wie lange schaffe ich es, die Belastungen meines Arbeitsalltags zu kompensieren?
· Wie erhalte ich meine persönliche Leistungsfähigkeit ?

Reagieren jüngere KollegInnen mit den Fragestellungen ...

· Was erwartet uns mittel- und langfristig?
· Wie sicher sind befristete Arbeitsverträge?
· Wie gerecht ist meine Bezahlung?
· Wie gehe ich mit der geforderten Arbeitsverdichtung und Mehrbelastung um?
· Welche Perspektiven bietet mir mein Unternehmen?

Der Betriebsrat steht in diesen Situationen oftmals in dem Dilemma, die von den Arbeitgebern und den Gewerkschaften ausgehandelten Ergebnisse vermitteln zu müssen und zugleich die betroffenen KollegInnen unterstützen zu wollen.

Sie erfahren in dieser Veranstaltung

· wie Sie sich als BR-Mitglied zu dieser Thematik positionieren und in die Zielhierarchie ihres BR-Gremiums implementieren können

· mit welchen Möglichkeiten sie als BR-Gremium zur Zufriedenheit aller Mitarbeiter in Ihrem Betrieb beitragen können.

· wie Sie Schritt für Schritt eine offene Betriebsratskultur schaffen können, die die Besonderheiten von Vielfältigkeiten akzeptiert.

· Wie Sie ein tragfähiges Diversity Management aufbauen.

Seminarthemen

Generationenvielfalt und Wertewelten der Arbeit
· Wie ist der Status Quo in ihrem Verantwortungsbereich?
· zunehmender Individualismus
· Pluralisierung der Ansprüche an Arbeit
· Wertewelten der Arbeitswelt 4.0
· Chancen und Risiken von Diversity-Management
· Generationenvielfalt als Schlüssel zum Unternehmens- und BR-Erfolg

Neue Perspektiven entdecken
· Handlungsfähig werden
· BR-Verständnis entwickeln
· Über den Tellerrand schauen
· Klare Linie: Den Standpunkt des Betriebsratsgremiums zur Vielfalt abstecken

Begleitung der KollegenInnen im Prozess
· Mitarbeiter durch Wertschätzung ans Unternehmen binden
· Sensibilisierung für die Gefühlswelt der Betroffenen
· Hilfestellung beim Umgang mit Unsicherheiten und Ängsten
· Einfluss nehmen: Beteiligungsrechte als BR bei personellen Angelegenheiten wahrnehmen

Handlungsspielräume
· Möglichkeiten nutzen: z.B. Gesundheitsmanagement, altersgerechte Gesundheitsprogramme, Gefährdungsbeurteilung-psychische Belastung
· Entwicklungstendenzen in der Arbeitswelt und die Auswirkungen auf die Belegschaft kontinuierlich erfassen
· Belastungen aus neuen Organisationsformen frühzeitig erkennen
· Anstieg von Flexibilitäts- und Mobilitätsansprüchen akzeptieren
· Förderung einer vertrauensvollen Zusammenarbeit trotz unterschiedlicher Interessen im Betrieb
· Initiative zeigen: Anschluss an die „Charta der Vielfalt“ im Gremium anregen
· Erste Schritte: Öffentlichkeitsarbeit im Betrieb
· Klares Konzept: Strategien für ein kontinuierliches Diversity Management

Beginnen
· Erfolgsbeispiele aus anderen Betrieben kennenlernen
· Wie? initiiere ich Was? Um als Betriebsrat in diesem Spannungsfeld zielführend für alle MitarbeiterInnen zu handeln?

DozentInnen

· Heinz Hohmann, Dipl.-Verwaltungswirt, Lehrtrainer für verhaltensorientierte Bildungsmaßnahmen Max-Planck-Institut München, Systemischer Berater, Therapeut, Familientherapeut (SG), Supervisor, Fernuniversität Hagen, Projektleitung und Management, Fachhochschule Münster

Zielgruppen

· Betriebsratsmitglieder
· MitarbeiterInnen der Personalverwaltung
· Vertrauenspersonen der schwerbehinderten Menschen

Seminargebühr

450,00 €

Gewerkschafts- werbung per E-Mail
BAG, 20.01.2009
1 AZR 515/08

Eine tarifzuständige Gewerkschaft darf sich an Arbeitnehmer über deren betriebliche E-Mail-Adressen mit Werbung und Informationen wenden. Dies gilt auch, wenn der Arbeitgeber den Gebrauch der E-Mail-Adressen zu privaten Zwecken untersagt hat. Die Entscheidung einer Gewerkschaft, Arbeitnehmer auf diesem Weg anzusprechen, ist Teil ihrer durch Art. 9 Abs. 3 Satz 1 GG geschützten Betätigungsfreiheit. Soweit dabei Grundrechte des Arbeitgebers berührt werden, sind die kollidierenden Rechtspositionen gegeneinander abzuwägen. Das durch Art. 14 Abs. 1 GG geschützte Eigentumsrecht des Arbeitgebers und sein von Art. 2 Abs. 1 GG erfasstes Recht am eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb haben gegenüber der gewerkschaftlichen Betätigungsfreiheit zurückzutreten, solange der E-Mail-Versand nicht zu nennenswerten Betriebsablaufstörungen oder spürbaren, der Gewerkschaft zuzurechnenden wirtschaftlichen Belastungen führt. Auf Persönlichkeitsrechte der Arbeitnehmer kann sich der Arbeitgeber im Rahmen eines deliktischen Unterlassungsanspruchs gegenüber der Gewerkschaft nicht berufen.

Diese Website benutzt Cookies, um Ihnen das beste Erlebnis zu ermöglichen. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.